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  • AutorenbildJo Langen

Vegetationsbrand ein Thema für die HiOrg ?

Aktualisiert: 1. Okt. 2023

Vegetationsbrände sind bei den Feuerwehren in aller Munde aber wie steht es um die Hilfsorganisationen bereiten sie sich vor, machen Einsatzpläne und wird die Bedeutung für erfolgreichen Einsatzverlauf überhaupt gesehen ? JA! In Vorbereitung einer landesübergreifenden Waldbrandübung am heutigen Tage in Bad Honnef (NRW) und Unkel (RLP ) hat die Kreisbereitschaftsleitung des DRK Rhein Sieg ein eigenes Einsatzkonzept Waldbrand entwickelt welches heute erprobt wurde. Hintergrund waren die Erfahrungen des großen Brandes in Siegburg im Jahre 2018. Dem DRK Rhein Sieg war klar, ein umfassendes Konzept und auch eine besondere Schulung der Einsatzkräfte muss sein.


Welche Aufgaben können/müssen die Hilfsorganisationen übernehmen ?

  • Versorgung der Einsatzkräfte mit ausreichend Getränken und Einsatzverpflegung

  • Sicherstellen der medizinischen Versorgung im gesamten Einsatzgebiet.

  • Betreiben von Rehab Zonen (Rehabilitation / Ruhezone )

  • Patiententransport im unwegsamen Gelände

  • Betreuung evakuierter Personen / Betreiben einer Notunterkunft

  • Wasserrettung bei Hubschrauber/Flugzeug Einsatz am "Schöpfgewässer"


Aber : zuerst die Ausbildung / Sicherheitsunterweisung

Vegetationsbrand unterscheidet sich grundlegend von der normalen Einsätzen der Feuerwehren und Hilfsorganisationen, aus diesem Grund ist eine Sicherheitsschulung für alle unumgänglich.

  • Dynamische Lage

  • Wind und Windrichtung

  • Freihalten aller Wege / Einbahnstraßenregelung

  • Markierung im Einsatzgebiet

  • Loockout (eine Führungskraft beobachtet nur die Lage )

  • Der Motor bleibt beim Einsatzfahrzeug im Einsatzgebiet an.

  • Notsignale z.B sofortiger Rückzug

  • Sammelpunk / Safety Zone

  • Einsatz von Luftfahrzeugen Verhalten/Gefahren/Rettung

  • Wettereinfluss über den Tagesverlauf

  • medizinische Anforderungen wie Dehydrierung

  • richtige Einsatzkleidung

Dies sind nur einige Themen welche auch für eine Hilfsorganisation das THW oder auch spontan helfende Landwirte am besten vor der Saison vorgeplant geschult werden sollten.

 

1. Versorgung der Einsatzkräfte mit ausreichend Getränken und Einsatzverpflegung

Vegetationsbrände großen Ausmaßes ereignen sich normalerweise an heißen Sommertagen. Meine Einsatzerfahrung zeigt mir, das spätestens bei Alarmstufenerhöhung von Kleinfeuer auf Wald / Fläche die initiale Alarmierung einer Betreuungs- oder Verpflegungseinheit zur Getränkeversorgung ausschlaggebend für den Einsatzerfolg sein kann. Die Getränke müssen schnellstmöglich bis tief in den Einsatzbereich geliefert werden sofern die sicher möglich ist. Hierbei ist die Mengenkalkulation von Getränken und auch Verpflegung an die Temperatur und die schwere körperliche Arbeit anzupassen. Verpflegung 1,5 fache Portionsgröße. 2. Sicherstellen der medizinischen Versorgung im gesamten Einsatzgebiet.

Unwegsames Gelände, hohe Außentemperatur, offene Flammen und dynamische Ausbreitungen mit schnellem Rückzug stellen ohne Frage eine erhöhte Gefahr für die Einsatzkräfte dar somit ist die frühzeitige Einbindung von Rettungsdienst und evtl. eben auch HiOrg als Unterstützung angebracht

3. Betreiben von Rehab Zonen (Rehabilitation / Ruhezone )

Rehab Zonen sind bei uns immer noch weitgehend unbekannt im Feuerwehreinsatz aber bei ausgedehnten Vegetationsbränden sind diese zum Erhalt der Einsatzfähigkeit unumgänglich. Die Hilfsorganisationen bieten sich hier an. Abseits des Einsatzgebietes an gut zugänglichen, (Anfahrt) sicheren (Brand- und Rauchausbreitung ) sowie ruhigen Stellen sollten diese folgendes bieten. - medizinische Eingangsscheck jeder Einsatzkraft - Ruhebereich im Schatten auch mit Liegemöglichkeit - Hygienebereich (Körperreinigung , WC evtl auch Dusche )

- Verpflegungsbereich

- medizinischer Ausgangscheck vor erneuter Schicht im Einsatzgebiet


4. Patiententransport im unwegsamen Gelände

Inzwischen haben sich neben der Bergwacht auch andere Hilfsorganisationen auf den Patiententransport im Gelände spezialisiert. Aufgrund der nicht immer flächendeckenden Verfügbarkeit ist hier eine frühzeitige Alarmierung zu veranlassen nicht erst, wenn es einen medizinischen Notfall gibt. 5. Betreuung evakuierter Personen / Betreiben einer Notunterkunft

Die großen Vegetationsbrände der vergangenen Jahre haben oft zu Evakuierung von Wohngebieten geführt. Diese Kernkompetenz der "weißen" Hilfsorganisationen sollten ebenfalls vorgeplant werden um "vor die Lage" zu kommen.


6. Wasserrettung bei Hubschrauber/Flugzeug Einsatz am "Schöpfgewässer" Bei Einsatz von Hubschraubern oder Wasserflugzeugen unter Benutzung offener Gewässer zur Wasseraufnahme ist zwingend eine Wasserrettungseinheit an diesem vorzuhalten auch hier sind wiederum Schulungen notwendig

Weitere Fragestellung :

Eigener Einsatzabschnitt ? Die Auflistung zeigt wie vielfältig die Aufgaben sind und welche Menge an Einsatzkräften hier benötigt werden somit erübrigt sich die Frage für jeden der einen Führungslehrgang besucht hat. Also eindeutig JA !


Natürlich ist dies alles nur ein kurzer Anstoß sich Gedanken zu machen, daß Konzept des DRK Rhein Sieg geht viel tiefer.


 

Autor: Jo Langen seit 40 Jahren in Feuerwehr, Rettungsdienst und DRK bis in die Führungsspitze aktiv. Seit nunmehr 6 Jahren aktiv bei @fire im Bereich Führung und Air Ops tätig. Gastdozent für die Ausbildung der GFFF-V Module am BABZ in Ahrweiler. Praktische Einsatzerfahrung teilweise in Führungsposition Moorbrand Meppen 2018 , Böschungsbrand mit anschließendem Übergriff auf ein Wohnviertel August 2018 Siegburg, Waldbrand Gummersbach2020, Waldbrand Beelitz 2022 , Waldbrand Harz (Brocken ) 2022 sowie weitere kleinere lokale Einsätze.

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