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  • AutorenbildJo Langen

Wathosen die unterschätzte Gefahr



 

Da derzeit im Netz viele Bilder auftauchen bei denen Arbeiten am und im Hochwasser mit Wathosen auftauchen hier nochmals einige wichtige Hinweise ! Bereits in der Aufarbeitung der Flut durch die Expertenkommission des vfdb im Auftrage des deutschen Feuerwehrverbandes mussten wir feststellen, daß die Gefahr oft unterschätzt wurde und es hier zu schweren Unfällen leider auch mit Todesfolge bei Betroffenen, Helfern und Einsatzkräften kam. Bitte nehmt die Veröffentlichungen der Fachleute des DLRG und der Unfallkasse ernst !

Zitat DLRG Wathosen

Wathosen und Fischerstiefel sind bereits für geringe Kosten erhältlich. Der scheinbare Schutz gegen das Wasser birgt jedoch eine nicht zu unterschätzende Gefahr: Die Wathose kann nach einem Sturz von oben voll laufen. Schnell hat man einen Stacheldrahtzaun übersehen, die Hose reißt auf und das Wasser läuft hinein. Dabei ist es für Ungeübte fast unmöglich, aus der Hose herauszukommen. In kürzester Zeit ist die Hose vollgelaufen und zieht dich unter Wasser bzw. macht das Vorwärtskommen unmöglich. Nutze deshalb eine Wathose oder Fischerstiefel nie ohne entsprechend große Rettungsweste. Gehe immer zusammen mit einer zweiten Person.

Das Arbeiten in einer Wathose in schnell fließenden Gewässern kann darüber hinaus zu einer echten Todesfalle werden! Schon knietiefes Wasser kann den Betroffenen bei entsprechender Strömungsgeschwindigkeit von den Beinen reißen. Bei einem Sturz läuft die Wathose in der Strömung schnell voll („Windhosen-Effekt“) und der Träger hängt im ungünstigsten Fall festgebunden an einer „Sicherungsleine“ und kämpft um sein Leben. Das strömende, kraftvolle Wasser überspült den Verunfallten und drückt ihn nach unten. Gegen die Last der Strömung kann er jetzt nicht mehr oder nur mit Mühe an Land gezogen werden. In dem Fall ist nur noch zu hoffen, dass Sicherungskräfte in der Nähe sind, die das Seil kappen und eine Rettung einleiten können!

Deshalb unser Hinweis: In mittlerer bis starker Strömung besteht in einer Wathose akute Lebensgefahr. Auch professionelle Hilfskräfte nutzen hier eine spezielle Ausrüstung (z. B. Strömungsretter-Ausrüstung). Zitat und Link zum FUK Dokument Vorsicht im Umgang mit Wathosen:

Wathosen können sich mit Wasser füllen, den Träger einer sehr hohen Strömungskraft aussetzen und ggf. mit der Strömung mitreißen.

Eine mit Wasser gefüllte Wathose bietet eine hohe Angriffsfläche für strömendes Wasser!

Eine Gefährdung besteht auch, wenn der Träger mit dem Oberkörper ins Wasser eintaucht

und Luft in der Wathose eingeschlossen wird. Der Auftrieb durch die Luft innerhalb der

Wathose kann die Beine an die Wasseroberfläche auftreiben, was wiederum dazu führen

kann, dass es den Oberkörper unter Wasser drückt.

Da für Feuerwehrangehörige in Fließgewässern mit starker Strömung die Gefahr des Ertrinkens bestehen kann, dürfen Wathosen nur eingesetzt werden, wenn geeignete Auftriebsmittel

getragen werden (siehe auch „Sicherheit im Feuerwehrdienst“ (DGUV Information 205-010)).

Für den Einsatz mit Wathosen sind z. B. Rettungswesten mit 275 Newton Auftriebskraft nach

DIN EN ISO 12402-2 geeignet. Zusätzlich sollte eine Seilsicherung mit Schnelltrennungseinrichtung verwendet werden.

Bei Arbeiten im Gewässer ist Strömungsretter Ausrüstung angezeigt !

Bildquelle : DLRG Bezirk Rhein Sieg



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